Frame by Frame Screening: „Vergesst Afghanistan nicht“

frame

Diskutierten in Berlin (v.l.): Reza Shirmohammadi, Waslat Hasrat-Nazimi und Fourough Hosseinpour

Wie können Fotojournalisten in einem Land arbeiten, in dem sie ständiger Gefahr ausgesetzt sind? Was bedeutet der geplante Truppenabzug für die Medienlandschaft in Afghanistan? Rund 150 Gäste waren am Samstag, 5. Dezember, in Berlin einer Einladung der DW zu einem Filmabend mit anschließender Diskussion zum Thema „Afghanische Medien unter Druck“ gefolgt.
Im Rahmen der afghanischen Kulturwoche präsentierte die DW in Kooperation mit dem Auswärtigen Amt den Dokumentarfilm „Frame by Frame“ in einem komplett ausgebuchten Kinosaal. Unter den Gästen waren Vertreter des Auswärtigen Amtes, Journalisten und der afghanischen Zivilgesellschaft.

Waslat Hasrat-Nazimi (Dari/Paschtu-Redaktion) moderierte das Gespräch mit Reza Shirmohammadi, Fotograf in Afghanistan, und Fourough Hosseinpour, Medientrainerin der DW Akademie. Die Doku begleitet vier Fotojournalisten in Afghanistan – und zeigt: Die Jahre nach dem Sturz des Taliban-Regimes bedeuten einen Aufschwung in der noch jungen afghanischen Medienlandschaft. „Ich bin mir sicher: Ein Foto kann einen Wandel herbeiführen“, sagte Wakil Kohsar, einer der Protagonisten im Film.

Fotografie stößt auf Ablehnung

Shirmohammadi, der jahrelang als Fotograf in Afghanistan arbeitete, war vor einiger Zeit selbst knapp einem Terroranschlag durch eine Autobombe der Waslat Hasrat-Nazimi_Forough Hosseinpour2Taliban entgangen. Er wies in Berlin darauf hin, dass für eher traditionell orientierte Teile der Gesellschaft Fotografie mit der Religion nicht vereinbar sei und sogar missbilligt werde.

Hosseinpour sagte, dass viele Medien in Afghanistan von Fördergeldern abhängig seien und dringend mehr nachhaltige Geschäftsmodelle entwickelt werden müssten. Der eindringliche Appell des Films und der anschließenden Diskussion an Politik und Medien lautete: „Vergesst Afghanistan nicht. Behaltet das Land im Fokus der Berichterstattung.“

Text und Fotos von Simone Heuer, DW Intranet

Mehr Infos hier

Advertisements