Bürokratie erschwert Flüchtlingen Job-Einstieg

Integration ohne einen Job ist kaum möglich. Viele Flüchtlinge wollen arbeiten, aber Bürokratie-Chaos, Sprachbarrieren bei Behörden und lange Wartezeiten machen es ihnen schwer, einen Einstieg zu finden.

Pakistanischer Flüchtling als Lehrling in Chemnitz (picture alliance/dpa/J. Woitas)

Kommen Flüchtlinge nur nach Deutschland, um dem Sozialstaat Deutschland auf der Tasche zu liegen? Oder nehmen Flüchtlinge den Deutschen die Arbeitsplätze weg? Während diese Fragen von einigen Deutschen gestellt werden, sieht die Realität für Flüchtlinge oft anders aus. Häufig sind arbeitswillige Flüchtlinge frustriert, weil ihnen der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt bleibt. Es gibt viele Hindernisse zu überwinden. Von der Anerkennung der heimischen Abschlüsse über das Zurechtfinden auf dem Arbeitsmarkt bis hin zur fremden Gesetzeslage. Einen Job zu finden ist für viele Flüchtlinge erst mal ein sekundäres Problem. Und ist der Job gefunden, ist das noch keine Garantie für den sofortigen Einstieg. Continue reading

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Influencer auf Instagram: Meinung oder Prostitution?

Unternehmen setzen vermehrt auf Influencer, um das Kaufverhalten Jugendlicher zu beeinflussen. Der Influencer empfiehlt ein Produkt – im Gegenzug gibts Cash. Grenzen zwischen Empfehlung und Schleichwerbung verschwimmen.

Social Media - Instagram (picture alliance/dpa/T. Hase)

 

Ob stählerne Bauchmuskeln, ein knackiger Hintern oder volle Lippen und wallende Mähne. Die Bilder auf der Social Media Plattform Instagram scheinen immer wieder dem gleichen Muster zu folgen. Strahlend schöne Frauen und Männer, die wohl auf unbestimmte Zeit auf Reisen in exotische Länder sind und dabei bunte Smoothies schlürfen. Nebenbei zeigt man ganz nonchalant seine Luxus-Handtasche oder das neueste, schnelle Auto.  Continue reading

Winter setzt afghanischen Flüchtlingen zu

Der Kälteeinbruch bedroht das Leben vieler Flüchtlinge in Afghanistan. Innerhalb des Landes sind Millionen Menschen auf der Flucht. Eine humanitäre Krise, die durch den Winter noch verschärft wird.

Zum Thema Afghanistan - Die deutschen Entwicklungshelfer bleiben (picture-alliance/AP)

Der erste Schnee ist in der afghanischen Hauptstadt Kabul gefallen. Was für viele Bewohner ein freudiges Ereignis ist, ist für andere ein weiteres Übel. Die Zeltstädte und Slums mit den notdürftigen Behausungen der Flüchtlinge sind nicht geeignet, um Kälte und Feuchtigkeit abzuwehren. Auch fehlt es an passender Winterkleidung oder an wetterfesten Schuhen. Das erhöht die Gefahr von Infektionen. Viele Kinder tragen nur Schlappen an den sonst nackten Füßen.

“Es gibt hier keine Krankenhäuser”, beklagt sich Khayr Mohammad, der mit seiner Familie in einem Zelt im Osten der Hauptstadt lebt. Sie sind aus der Provinz Baghlan vor den Taliban geflohen. “Wir müssen weite Strecken zurücklegen, um Medizin für unsere Kinder zu bekommen und gehen deshalb nachts los. Aber die ist teuer. Wir sind also gezwungen Geld zu leihen, um unseren Kindern zu helfen.” Khayr Mohammad fürchtet, dass seine Kinder den Winter nicht überleben. Continue reading

Taliban wollen zivile Projekte unterstützen

Die Taliban wollen jetzt angeblich bei der friedlichen Entwicklung Afghanistans durch die Unterstützung großer Infrastruktur- und Bergbauprojekte mitwirken, so beim Kupferabbau in Kooperation mit China.

Ankunft eines chinesischen Güterzuges aus China in Hairatan (Foto: DW/H. Safi)

Wollen ausgerechnet die Taliban jetzt in Afghanistan große, regionale Infrastrukturprojekte zum Wohle des Landes unterstützen? Das haben die Extremisten jedenfalls in einer Erklärung angekündigt, die einen Tag nach der Einweihung einer Eisenbahnlinie zwischen Afghanistan und Turkmenistan veröffentlicht wurde. Es würde im Widerspruch zu ihrer bisherigen Praxis stehen. Allein in den vergangenen drei Monaten haben sie Brücken und andere Verkehrseinrichtungen im Wert von mehreren Millionen US-Dollar zerstört, wie die Regierung in Kabul in einer ersten Reaktion sagte. Immerhin hat sie die Ankündigung der Taliban nicht rundheraus zurückgewiesen: Man wolle abwarten, ob die Extremisten ihre Worten Taten folgen lassen, sagte Präsidentensprecher Shah Hussain Murtazawi. Continue reading

Einwohner von Masar-i-Scharif unter Schock

Der Taliban-Angriff auf das deutsche Konsulat hat nicht nur dessen Mitarbeiter geschockt, sondern auch die Bevölkerung der Stadt in Nord-Afghanistan.

Afghanistan Aufräumarbeiten nach Taliban-Angriff auf deutsches Konsulat (Getty Images/AFP/F. Usyan)

Am Morgen nach dem Angriff auf das deutsche Konsulat in Masar-i Scharif zeugen ein großer Krater mitten in der Straße, schwere Schäden am Konsulatsgebäude und zersprungene Fensterscheiben in der Nachbarschaft von der starken Explosion der nächtlichen Autobombe. Nach der Explosion lieferten sich Taliban-Kämpfer Feuergefechte mit Sicherheitskräften. Über 120 Personen wurden durch die Explosion und die Kämpfe verletzt, sechs getötet. Continue reading

Flüchtlingshilfe nach Rückeroberung von Kundus

Die Taliban wurden zwar aus Kundus wieder zurückgedrängt. Aber die Lebensgrundlage vieler Einwohner ist zerstört. Die Flüchtlinge werden in den umliegenden Städten versorgt, auch die Zentralregierung kümmert sich.

Flüchtlingslager in Kundus (Foto: Getty Images/AFP/S. Marai)

“Viele Geschäfte und Läden sind durch Feuer zerstört worden. Viele Menschen wurden getötet oder verletzt”, sagt Abdul Latif. Mit seiner Familie ist er vor einer Woche aus dem umkämpften Kundus nach Masar-i Sharif gekommen. “Nur unter großen Schwierigkeiten konnte ich meine Familie aus der Stadt retten. Davor steckten wir tagelang fest. Es gab keinen Ausweg und kein Brot und Wasser.”

So wie Abdul Latif sind Tausende Bewohner von Kundus in die Nachbarprovinz Balch nach Masar-i Sharif geflüchtet und halten sich in der Stadt verteilt auf. “Wir schätzen, dass in den letzen zwei Wochen knapp 40.000 Menschen aus Kundus geflohen sind”, sagt Danielle Moylan, Sprecherin des UN-Büros für humanitäre Hilfe (OCHA) in Afghanistan. “Die meisten sind in nahe gelegene Städte wie Talokan, Kabul, Masar-i Sharif, Pul-e Khumri und Faisabad gegangen.” Continue reading

Rückkehr des Terrors in Kundus?

Ein Jahr nach dem Fall sind Großteile der afghanischen Provinz Kundus weiterhin umkämpft. Die Taliban stehen von den Toren der gleichnamigen Hauptstadt. Die Bewohner rechnen jederzeit mit der Rückkehr des Terrors.

Leben in Kundus (Foto: DW)

Ali Sina weiß noch genau, was an diesem Tag vor einem Jahr passiert war, als die Taliban die Stadt einnahmen. Er war selbst in Kundus, als die Taliban-Kämpfer einmarschierten. “An diesen Tagen lebten die Menschen in Horror und Schrecken. Viele Gebäude wurden zerstört. Die Läden wurden geplündert. Etwa acht bis neun Tage konnten die Bewohner ihr Zuhause nicht verlassen. Niemand war in der Stadt. Es gab kein Brot, kein Wasser und keinen Strom”, sagt Ali.  Es ist ein Jahr her, dass die Taliban nordafghanische Stadt Kundus einnahmen. Vor zwei Jahren stand hier noch ein großer Militärstützpunkt der deutschen Bundeswehr. Nach deren Abzug fiel die ehemalige Militärbasis in die Hände der radikal-islamischen Kämpfer. Das war der größte Erfolg der Terrororganisation seit dem Sturz der Talibanregierung in 2001. Continue reading

“Die Afghanen”: Ein anderer Blick auf den Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan

Zweimal reiste Fotograf Jens Umbach nach Afghanistan. Um im Bild festzuhalten, was der Einsatz mit Betroffenen macht. Nicht nur mit Soldaten, sondern auch mit Afghanen, die in der Nähe des deutschen Camps leben.

Als schaue er einem direkt ins Gesicht: Dieser alte Mann ist Teil des neuen Projekts von Jens Umbach. Über 100 Afghanen hat der deutsche Fotograf auf seiner Reise durch das nordafghanische Masar-i-Scharif im Jahr 2014 fotografiert.

Als schaue er einem direkt ins Gesicht: Dieser alte Mann ist Teil des neuen Projekts von Jens Umbach. Über 100 Afghanen hat der deutsche Fotograf auf seiner Reise durch das nordafghanische Masar-i-Scharif im Jahr 2014 fotografiert.

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