Bürokratie erschwert Flüchtlingen Job-Einstieg

Integration ohne einen Job ist kaum möglich. Viele Flüchtlinge wollen arbeiten, aber Bürokratie-Chaos, Sprachbarrieren bei Behörden und lange Wartezeiten machen es ihnen schwer, einen Einstieg zu finden.

Pakistanischer Flüchtling als Lehrling in Chemnitz (picture alliance/dpa/J. Woitas)

Kommen Flüchtlinge nur nach Deutschland, um dem Sozialstaat Deutschland auf der Tasche zu liegen? Oder nehmen Flüchtlinge den Deutschen die Arbeitsplätze weg? Während diese Fragen von einigen Deutschen gestellt werden, sieht die Realität für Flüchtlinge oft anders aus. Häufig sind arbeitswillige Flüchtlinge frustriert, weil ihnen der Zugang zum Arbeitsmarkt verwehrt bleibt. Es gibt viele Hindernisse zu überwinden. Von der Anerkennung der heimischen Abschlüsse über das Zurechtfinden auf dem Arbeitsmarkt bis hin zur fremden Gesetzeslage. Einen Job zu finden ist für viele Flüchtlinge erst mal ein sekundäres Problem. Und ist der Job gefunden, ist das noch keine Garantie für den sofortigen Einstieg. Continue reading

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Taliban wollen zivile Projekte unterstützen

Die Taliban wollen jetzt angeblich bei der friedlichen Entwicklung Afghanistans durch die Unterstützung großer Infrastruktur- und Bergbauprojekte mitwirken, so beim Kupferabbau in Kooperation mit China.

Ankunft eines chinesischen Güterzuges aus China in Hairatan (Foto: DW/H. Safi)

Wollen ausgerechnet die Taliban jetzt in Afghanistan große, regionale Infrastrukturprojekte zum Wohle des Landes unterstützen? Das haben die Extremisten jedenfalls in einer Erklärung angekündigt, die einen Tag nach der Einweihung einer Eisenbahnlinie zwischen Afghanistan und Turkmenistan veröffentlicht wurde. Es würde im Widerspruch zu ihrer bisherigen Praxis stehen. Allein in den vergangenen drei Monaten haben sie Brücken und andere Verkehrseinrichtungen im Wert von mehreren Millionen US-Dollar zerstört, wie die Regierung in Kabul in einer ersten Reaktion sagte. Immerhin hat sie die Ankündigung der Taliban nicht rundheraus zurückgewiesen: Man wolle abwarten, ob die Extremisten ihre Worten Taten folgen lassen, sagte Präsidentensprecher Shah Hussain Murtazawi. Continue reading

Afghan mining deal with China facing failure

Afghan natural resources are valued at $3 trillion. But for security reasons, a multibillion-dollar mining deal between Kabul and Beijing is now in jeopardy. Its failure would have a big impact on the Afghan economy.

It was meant to be the largest foreign investment in the history of Afghanistan. In 2007, the state-owned China Metallurgical Group Corporation (MCC) acquired the extraction rights to the Mes Aynak mine in Logar province for $3.5 billion (2.6 billion euros). The mine, located in eastern Afghanistan, is believed to sit on one of the largest unexploited copper deposits in the world. The Chinese put its current value at $10 billion, but the ambitious project is now on the brink of failure. Not a single gram of copper has been extracted in almost five years.

The Afghan Minister of Mines and Petroleum, Wahidullah Shahrani, blames the “precarious security situation” for the delay. But he also stresses that the site is home to 1,500-year-old Buddhist temples, which must first be secured by archeologists. “To be very upfront with you, the MCC doesn’t seem to be that active,” Shahrani said, adding that he would meet the Chinese sometime soon to talk about the project’s future. Continue reading

Bergbaudeal mit China vor dem Aus

Ein Bergbau-Unternehmen aus China hatte mit Afghanistan einen Millionen schweren Vertrag über den Abbau von Kupfer geschlossen. Doch jetzt wackelt der Deal – und damit auch Afghanistans wirtschaftliche Zukunft.

Es sollte die größte ausländische Investition in Afghanistan aller Zeiten werden. Für 3,5 Milliarden Dollar hatte die chinesische, staatseigene Bergbaufirma China Metallurgical Group Corporation (MCC) die Rechte an der “Mes Aynak”-Mine in der Provinz Logar erworben. Das Bergwerk im Osten Afghanistans soll eines der größten unerschlossenen Kupfervorkommen der Welt ausbeuten. Die Rede ist von einem Wert von rund zehn Milliarden US-Dollar. Der Traumdeal steht jedoch vor dem Aus. Fast fünf Jahre sind vergangen – bisher wurde nicht ein Gramm Kupfer aus dem Fels gebrochen.

“Die schlechte Sicherheitslage ist der Grund für die Verzögerung”, klagt der afghanische Bergbauminister Wahidullah Shahrani. Zudem liegen auf dem Berg die Ruinen mehrerer rund 1500 Jahre alter buddhistischer Tempel, die erst noch archäologisch gesichert werden müssten. Schnelle Gewinne sind also nicht zu erwarten: “Um ehrlich zu sein, scheint die MCC nicht sehr aktiv zu sein”, meint Shahrani. Er will sich deshalb in nächster Zeit mit den Chinesen treffen, um die Zukunft der Kupfermine zu erörtern. Denn bisher hätten diese ihre Versprechen an die afghanische Regierung nicht eingelöst. Neben einer Gewinnbeteiligung regelt der Vertrag einen 808 Millionen Dollar-Bonus sowie den Bau einer Eisenbahn und eines 400-Megawatt-Kraftwerks. Continue reading

Afghanistans ungehobene Schätze

Afghanistan ist reich an Rohstoffen. Der deutsch-afghanische Rohstoffdialog soll Perspektiven aufzeigen, wie die Bodenschätze ausgebeutet werden können. Aber die Hindernisse für Investoren sind groß.

Afghanistan soll schon bald nicht mehr mit Terror, sondern mit Rohstoffreichtum assoziiert werden. Das zumindest war die Hoffnung Afghanistans und Deutschlands auf dem ersten deutsch-afghanischen Rohstoffdialog, der am Freitag (05.07.2013) in Berlin stattfand.

Laut den afghanischen Behörden verfügt das Land am Hindukusch über Rohstoffvorkommen im Wert von 2,3 Billionen Euro; darunter auch wertvolle Ressourcen wie Seltene Erden, Lithium, Eisen, Wolfram, Kupfer, Blei, Zink und andere. Vor allem Lithium und Seltene Erden sind für den Industriestandort Deutschland relevant, beide werden beispielsweise in der Produktion von Magneten für Windräder verwendet.

Bei diesen Aussichten will Deutschland natürlich nicht fehlen: Um erste Grundlagen für eine Kooperation zu schaffen, wurden deshalb der afghanische Minister für Bergbau, Öl und Gas, Wahidullah Schahrani, sowie weitere afghanische Regierungsvertreter nach Berlin eingeladen. Afghanistan kann von den Rohstoffen profitieren, sagt Schahrani. Für ihn ist Deutschland eine der ersten Anlaufstellen, wenn es um wirtschaftliche Kooperation geht: “Wir haben unsere Zusammenarbeit mit Deutschland verstärkt, weil Deutschland einer der größten Mineralabnehmer ist. Es sind bereits einige Beratungsfirmen aus Deutschland in Afghanistan aktiv.” Continue reading

Germans want in on untapped Afghan resources

Afghanistan is rich in resources. The first German-Afghan dialogue on natural resources aims to create perspectives for mineral deposits. But there are many obstacles ahead.

Afghanistan should no longer be equated with terrorism, but with natural resources. That, at least, is the aim of the first German-Afghan dialogue on resources, which takes place on Friday, July 5, in Berlin.

According to Afghan authorities, the country is in possession of over 2.3 trillion euros worth of natural resources. Among these resources are rare earth minerals, lithium, iron, tungsten, copper, lead, zinc, among others. It is especially lithium and rare earths which interest Germany as an industrial country. They are used, for example, in the manufacturing of turbines for wind energy. Continue reading

Kabul Bank – Millionenbetrug und Korruption

Waslat Hasrat-Nazimi

Korruption ist allgegenwärtig in Afghanistan. Der Skandal um die Kabul Bank zeigt die Dimension des Problems: Über 900 Millionen Dollar schafften Mitarbeiter – zum Teil Verwandte von Präsident Karsai – ins Ausland.

Kabul Bank

Jahrelang haben sich Anteilseigner und Mitarbeiter von Afghanistans größtem Kreditinstitut, darunter ein Bruder von Präsident Hamid Karsai, an den Einlagen der Kunden bereichert. Dies stellte eine unabhängige, mit Afghanen und internationalen Experten besetzte Untersuchungskommission fest. Mehr als 900 Millionen Dollar soll eine 22-köpfige Gruppe, gegen die inzwischen Anklage erhoben wurde, veruntreut haben. Diese Summe und die Kosten einer finanziellen Rettungsaktion der Regierung entsprechen etwa fünf Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Die Geldscheine wurden über die bankeigene Fluggesellschaft Pamir Airways ins Ausland geschafft, zum Teil versteckt in Servierwagen und Essenscontainern.

Enttäuschte Kunden, zuversichtliche Regierung

“Den Schaden tragen die afghanischen Menschen, die ihr Geld zur Bank gebracht haben”, klagt Suleiman aus der Hauptstadt Kabul. Er ist einer von vielen enttäuschten Kunden der Bank: “Die Kabul Bank hatte früher einen guten Namen in Afghanistan. Das Vertrauen war groß. Heute ist es besser, das Geld zu Hause zu lassen. Seit dem Skandal können die Menschen kaum noch schlafen, weil sie nicht wissen, was mit ihrem Geld passiert. Es ist sowieso schon schwer genug, das Geld zu verdienen.” Continue reading

Afghan bank scandal shows extent of corruption

Once again, Transparency International has ranked Afghanistan quite low on its corruption index just after a scandal came to light surrounding the country’s former largest bank and high-ranking officials.

Kabul Bank Sign

The extent of corruption in Afghanistan has become evident in the recently uncovered scandal surrounding the country’s former largest bank. A recently-launched investigative inquiry has even implicated connections to President Hamid Karzai’s 2009 re-election campaignand scams engineered by stockholders and employees of Ka.

Over 900 million dollars were fraudulently dispersed to over 10 individuals and seven companies in what has become the country’s largest baking scandal and one of the largest bank failures worldwide; the bank collapse and government bailouts together make up around five percent of Afghanistan’s total GDP.

The investigation found that some of the money had been hidden in serving carts and food packaging and transported out of the country via the now-defunct Pamir Airways, which was owned by shareholders related to the bank. In November, 22 people appeared before a special tribunal to try those allegedly involved, including President Karzai’s brother. Continue reading

Afghanistan seeks Indian investment

Waslat Hasrat-Nazimi

Afghanistan and India have signed several pacts and memorandums of understanding to boost economic and strategic cooperation ahead of the withdrawal of international troops from Afghanistan in 2014.

It’s almost as if Afghan President Hamid Karzai were visiting old friends. He studied in India as a young man and has made at least 12 trips in recent years alone.

This time, he is there to encourage Indian businesses to invest in his war-weary country. He said on Monday that India was a “frontline” partner in Afghanistan’s reconstruction.

“Investment opportunities in Afghanistan are better in a country that is more confident in its future and is willing to receive investment from its friends, particularly India,” Karzai told reporters on Monday. Continue reading