@dwnews – Afghans react to DW inteview with President Ghani

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Afghanisches Gesetz hebelt Frauenrechte aus

Ein neues Gesetz in Afghanistan verhindert faktisch die Strafverfolgung bei familiärer Gewalt gegen Frauen – eine massive Einschränkung der Frauenrechte, so die Kritik von Menschenrechtsorganisationen.

Würde man nicht genau hinsehen, könnte man den neuen Gesetzesparagraphen leicht überlesen. “Folgende Personen dürfen nicht vor Gericht als Zeugen befragt werden: verteidigende Anwälte, Ärzte, Kinder und – Verwandte des Angeklagten”. Das klingt auf den ersten Blick nicht ungewöhnlich, doch der Teufel steckt im Detail. Wenn zum Beispiel Männer in Afghanistan ihre Frauen, Kinder oder Schwestern angreifen oder misshandeln, darf nach einem neuen Gesetz kein Verwandter vor Gericht gegen sie aussagen. Die Gesetzesvorlage, die gerade vom afghanischen Parlament verabschiedet wurde, schließt somit Eltern, Großeltern oder Geschwister – also fast alle potentiellen Zeugen von einer Anklage aus. Die meisten Gewalttaten gegen afghanische Frauen finden jedoch nach offiziellen Angaben innerhalb der Familienstrukturen statt und nicht außerhalb. Continue reading

New Afghan law curtails women’s rights

A new law in Afghanistan effectively hinders the prosecution of domestic violence cases. Human rights organizations criticize the move as a massive blow to women’s rights in the conflict-ridden South Asian nation.

You would have to read carefully to become aware of the significance of this new section of Afghan law: “The following persons shall not be questioned in court as witnesses: defending lawyers, doctors, children and relatives of the accused.” Although this does not sound uncommon, the devil lies in the details.

When Afghan men attack or abuse their wives, children or sisters, their relatives may not testify against them in a court of law. The bill, recently passed by the Afghan Parliament, effectively excludes parents, grandparents or siblings from testifying in court. Most violent acts against Afghan women, however, are committed within family structures and not outside, according to the government. Continue reading

Trading a childhood to support the family

More than half of Afghanistan’s population is under the age of 15. Many of the war-torn country’s children are forced to work to support their families. Without proper education, they are trapped in a vicious circle.

It’s scorching hot in the carpenter’s workshop. Dust and wood shavings fill the air whirled up by the powerful saw being used by 14-year-old Sattar. The young Afghan has covered his nose and mouth with a piece of cloth. Sweat runs down his forehead and his reddened eyes hint at the type of job he’s been carrying out. Sattar has been working four years in a carpentry located in the Afghan capital Kabul.

For some time, he struggled to work and to attend school at the same time, before finally dropping out after the sixth grade. “I must sustain my family,” he says. “The situation back home is very grim. If we weren’t so poor, I certainly wouldn’t have dropped out.” With a salary of about a 100 Afghani a day (1,81 US dollars) he has to support his family of ten. His father is old and no longer able to support the family.

Over a million child workers

Afghanistan’s Ministry of Labor and Social Affairs estimates that there are currently about 1.2 million children and adolescents under the age of 18 working in the country. However, the government has no precise statistical data, says ministry spokesman Mohammad Ali Eftekhari. According to the United Nations Children’s Fund (UNICEF), around 17 percent of the nation’s girls and 9 percent its boys between the ages of 5 and14 perform some sort of labor or service. Continue reading

Arbeit statt Schule in Afghanistan

In Afghanistan ist fast die Hälfte der Bevölkerung jünger als 15 Jahre. Viele Kinder und Jugendliche müssen arbeiten, um zum Lebensunterhalt der Familie beizutragen.

Es ist heiß in der Schreinerei. In der Luft tanzen Sägespäne und Staub, aufgewirbelt von der Säge, mit der Sattar das Holz bearbeitet. Der 14-Jährige hat sich ein Tuch um Mund und Nase gebunden, auf seiner Stirn stehen Schweißperlen. Seine geröteten Augen verraten, dass er tagtäglich harte Arbeit unter schweren Bedingungen verrichtet. Seit vier Jahren arbeitet Sattar in der Schreinerei in Afghanistans Hauptstadt Kabul. Mit großer Mühe hat er neben der Arbeit die Schule bis zur sechsten Klasse besucht. Aber seit einigen Jahren geht das nicht mehr, berichtet er. “Ich muss meine Familie ernähren”, erzählt der Junge. “Zu Hause geht es uns sehr schlecht. Wären wir nicht so arm, hätte ich bestimmt nicht die Schule abgebrochen. Ich wäre lieber zur Schule gegangen, um etwas zu lernen.”

Sattar verdient etwa 100 Afghani (1,40 Euro) am Tag. Er ist gezwungen, damit zum Lebensunterhalt seiner zehnköpfigen Familie beizutragen. Sein Vater ist sehr alt und nicht mehr in der Lage, für die Familie zu sorgen.

Eine Million Kinderarbeiter

Rund 1,2 Millionen Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren arbeiten in Afghanistan, schätzt der Sprecher des Ministeriums für Arbeit und Soziales, Mohammad Ali Eftekhari. Doch es gebe keine offizielle Statistik über die Anzahl der Kinderarbeiter in Afghanistan, fügt er hinzu. Die Kinderrechtsorganisation UNICEF schätzt, dass etwa 17 Prozent der Mädchen und neun Prozent der Jungen zwischen sieben und 14 Jahren in Afghanistan arbeiten. Continue reading

Sima Samar: “Nachhaltige Fortschritte”

Die Situation der Frauen Afghanistan habe sich seit 2001 verbessert, sagt Sima Samar, Menschenrechtsaktivistin und Trägerin des Alternativen Nobelpreises im DW-Interview. Aber wie geht es nach 2014 weiter?

DW: Was ist seit der Niederschlagung der Taliban-Herrschaft im Jahr 2001 im Bereich der Menschenrechte und der Frauenrechte erreicht worden?

Sima Samar: Wir haben in dieser Zeit mit Unterstützung der internationalen Gemeinschaft viel erreicht in Sachen Frauen- und Menschenrechte. Unter den Taliban war Schulunterricht für Mädchen verboten, jetzt gehen drei Millionen Mädchen zur Schule. Natürlich haben immer noch nicht alle Mädchen Zugang zur Schulbildung, aber doch viele.

Auch bei der Gesundheitsversorgung haben wir Fortschritte gemacht, wenn sie auch nicht in allen Gegenden des Landes zur Verfügung steht und nicht alle Männer und Frauen Zugang zu adäquater medizinischer Versorgung haben.

Große Fortschritte gibt es bei der Meinungsfreiheit. Heute haben wir eine blühende Medienlandschaft in Afghanistan, offener und freier als in unseren Nachbarländern. Auch die Existenz der Menschrechtskommission ist in sich eine Errungenschaft, die Kommission leistet angesichts der schwierigen Lage hervorragende Arbeit.

Glauben Sie, dass diese Entwicklungen auch in Zukunft aufrecht erhalten werden können?

Dies sind unsere größten Errungenschaften der vergangenen elf Jahre. Ich bin zuversichtlich, dass sie von Dauer sei werden, weil die Menschen sich dieser Errungenschaften und ihrer Rechte bewusst sind und sie verteidigen werden. Continue reading

‘Awareness will improve women’s rights’

Women’s rights have improved considerably in Afghanistan since 2001, Sima Samar, Afghan Alternative Nobel Prize laureate tells DW. But the question is, how will the trend develop after NATO leaves in 2014?

What has been done so far since 2001 for human rights in Afghanistan and for women’s rights? What do you think are sustainable improvements?

First of all, we achieved a lot after 2002 with the involvement of the international community in human rights and women’s rights in general. Looking at education, education for girls was officially banned during the Taliban, but now there are more than 3 Million girls who go to school. Of course, not all girls have access to education, but a lot of them do have access.

If you look at access to health services as a basic human right, there has also been improvement, but again it doesn’t exist in every corner of the country and not every Afghan man and especially not every Afghan woman has access to quality health services.

Freedom of expression has improved a lot, which is a basic human right. Media is really flourishing in Afghanistan; it is now much more open and free than in our neighbouring countries. The existence of the human rights commission itself is an achievement. Although the situation is so difficult, the commission is very strong and it is doing exceptional work given the complex situation. These are the greatest achievements we have had in the last eleven years. I think due to the awareness among the people, those achievements will be sustainable, because once the people know about their rights, they will defend them. Continue reading

Keine Zukunft für Witwen in Afghanistan

Afghanische Witwen müssen nach dem Tod ihres Ehemanns mit Armut und gesellschaftlicher Ächtung rechnen. Die 22-jährige Gulghotay ist eine von ihnen. Sie betrachtet ihr Leben als beendet, bevor es richtig begonnen hat.

Als Gulghotay die Todesnachricht ihres Mannes erhält, bricht eine Welt für sie zusammen. Gerade mal drei Monate waren sie verheiratet und nun ist er plötzlich tot, umgekommen bei einem Selbstmordattentat. Die junge Frau lebt in der östlichen Provinz Maidan-Wardak. Sie ist mit Hausarbeit beschäftigt, als in der Nachbarsprovinz Ghazni eine Fahrradbombe vor dem Polizeirevier im Zentrum hoch geht und zwei Menschen getötet werden. Sieben Zivilisten werden ins Krankenhaus eingeliefert. Darunter auch Gulghotays Mann. Er stirbt kurze Zeit später an den Folgen seiner Verletzungen.

Gulghotay wollte nicht als Witwe leben. Sie sah keinen anderen Ausweg, als ihrem Leben ein Ende zu setzen, berichtet ihr Bruder Mohammad Azim. “Gulghotay war mit einer anderen Frau zu Hause und bat sie, ihr die Lampe zu halten, weil sie etwas im Schrank suchen wolle. Sie fand schließlich das Fläschchen mit Säure, riss es an sich und trank es aus. Zum Glück war die andere Frau dabei. Sie brachte Gulghotay schnell ins Krankenhaus.” Gulghotay habe unter Schock gestanden, so der Bruder. Sei sehr glücklich verheiratet gewesen mit ihrem Mann, der Bauarbeiter war. Nun macht sich Mohammad Azim sich große Sorgen um die Zukunft seine Schwester. Continue reading

Afghan widows would rather die

Afghan widows are struggling for survival. After their husbands’ deaths, the women are faced with rape, poverty and social condemnation. One of them considers her life to have ended before it ever really began.

Gulghotay’s world fell apart she when heard the news of her husband’s death. They had been married for only three months and now he was suddenly dead. But Gulghotay didn’t want to lead the life of a widow. She decided to drink a small bottle of acid and end her life.

Gulghotay lives in the eastern Afghan province of Maidan Wardak. She had been doing housework when a bicycle bomb went off in front of a police station in the neighbouring province of Ghazni, killing two people. Seven civilians were hospitalized, among them Gulghotay’s husband. He died shortly thereafter from sustained injuries. His death was a shock for Gulghotay, says Mohammad Azim, brother of the young widow.

According to Azim, his sister was very happy with her husband. But now he is deeply concerned about her: “Gulghotay was at home with a friend when she drank the acid,” he said. Fortunately, her friend managed to get her quickly to a hospital.

Women pushed “over the edge”

But Gulghotay’s fate is shared by many other Afghans. Over the past three decades, thousands of women have lost their husbands or other male relatives during the war. Since they depend on them, the women find it difficult to cope emotionally and financially with the loss and often fall into a state of depression.

The chief physician of the hospital in the city of Ghazni, Mohammad Hemat, says that up to three women are hospitalized every week after attempting suicide. “For the most part, we are dealing with emotional stress and family issues that often push women over the edge,” Hemat says. Fortunately for Gulghotay, she was admitted to hospital just in time. “She is now in a good condition in one of our hospital wards,” the physician adds. Continue reading

14 hanged in two days – The death penalty in Afghanistan

Waslat Hasrat-Nazimi

The Afghan authorities have confirmed that 14 prisoners on death row were executed over days earlier this week. The reason given for the executions: political pressure from the government.

The 14 inmates at Kabul’s Pul-e Charkhi prison were hanged on Tuesday (20.11.2012) and Wednesday (21.11.2012) for a variety of crimes, including murder, kidnapping, rape and terrorism. Other inmates will likely meet the same fate in the near future, according to a statement released by the office of Afghan President, Hamid Karzai.

Afghanistan does have the death penalty, but it has been rarely exercised. Since the fall of the Taliban in 2001, who regularly executed people in public, the Afghan government has only carried out the punishment every few years. The president must personally sign an order to have it enforced.

In response to the latest executions, Taliban insurgents claimed responsibility for a car bomb blast that killed two people and injured dozens in Maidan Shar in Wardak province early Friday (23.1.2012), saying it was to avenge the deaths of four Taliban members, who were among those executed in Kabul. Continue reading