Mazar-i-Sharif attack proves no Afghan city is safe

Mazar-i-Sharif is considered one of Afghanistan’s safest cities. But the Taliban attack on a German consulate there has shocked locals. Severe damage to the area means the consulate will remain closed for several months.

Afghan security forces and NATO troops investigate at the site of explosion (Reuters/A. Usyan)

On the morning after the Thursday night Taliban attack on the German consulate in Mazar-i-Sharif, locals were still trying to recover from the shock. The consulate building, severely damaged from the bombing, and the shattered windows of nearby houses were witnesses to the ferocity of the assault, which claimed the lives of four people and left 128 wounded.

The number of casualties could have been much higher had the militants attacked the consulate during the day, when the area is usually crowded with people. Continue reading

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Einwohner von Masar-i-Scharif unter Schock

Der Taliban-Angriff auf das deutsche Konsulat hat nicht nur dessen Mitarbeiter geschockt, sondern auch die Bevölkerung der Stadt in Nord-Afghanistan.

Afghanistan Aufräumarbeiten nach Taliban-Angriff auf deutsches Konsulat (Getty Images/AFP/F. Usyan)

Am Morgen nach dem Angriff auf das deutsche Konsulat in Masar-i Scharif zeugen ein großer Krater mitten in der Straße, schwere Schäden am Konsulatsgebäude und zersprungene Fensterscheiben in der Nachbarschaft von der starken Explosion der nächtlichen Autobombe. Nach der Explosion lieferten sich Taliban-Kämpfer Feuergefechte mit Sicherheitskräften. Über 120 Personen wurden durch die Explosion und die Kämpfe verletzt, sechs getötet. Continue reading

The Afghans – A different perspective

German photographer Jens Umbach travelled to the north of Afghanistan to pay tribute to the people affected by the German military mission.Photo project The Afghans

The many faces of Mazar-i-Sharif

This old man is one of more than 100 Afghans that German photographer Jens Umbach has captured during his visits to the northern city of Mazar-i-Sharif.

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Bürokratischer Umgang mit afghanischen Ortskräften

Übersetzer, Köche, Wachleute: Rund 1200 Afghanen arbeiten für die Bundeswehr. Nach dem Abzug der Truppen befürchten sie Racheakte der Taliban. Deutschland bietet ihnen die Aufnahme an, doch es gibt hohe Hürden.

Safiullah Sahel lebte im nordafghanischen Kundus in ständiger Angst. “Hätten sie mich gefunden, hätten sie mich wahrscheinlich vor meiner Tür ermordet”, sagt Sahel. Mit “sie” meint er lokale Aufständische und Taliban, deren Racheakte er nach dem Abzug der Bundeswehr aus Kundus fürchtete.

Wer wie Sahel für die Deutschen in Afghanistan arbeitet, ist aus ihrer Sicht ein Verräter. “In Kundus haben sie den Ortskräften hinterher spioniert und ihnen aufgelauert”, erzählt Sahel, der seit 2006 auf der Gehaltsliste deutscher Behörden steht. “Aber ich habe immer aufgepasst und nie jemandem gesagt, wo ich hingehe, nicht mal meiner Familie.”

Zu Spitzenzeiten arbeiteten rund 1500 afghanische Ortskräfte für deutsche Institutionen. Die Einheimischen sind vor allem für die Bundeswehr, zum Beispiel als Übersetzer, Fahrer, Köche oder Wachmänner tätig. Viele von ihnen werden für die Zusammenarbeit von Aufständischen und Taliban bedroht und fürchten daher den endgültigen Abzug der Bundeswehr aus Afghanistan Ende 2014. Continue reading

Auf dem Skateboard in die Zukunft

Das Skateboard soll Afghanistans Jugendlichen zu einer neuen Zukunftsperspektive verhelfen. Deutschland ist Haupt-Sponsor des neuen Skaterparks in Mazar-i-Sharif.

Hunderte Kinder stehen mit strahlenden Augen in der neuen Skaterhalle und staunen über die Halfpipes und unzähligen Skateboards. In der Stadt Mazar-i-Sharif im Norden Afghanistans hat im Mai der größte Skaterpark des Landes seine Türen geöffnet. Die afghanische Nichtregierungsorganisation “Skateistan” hat dort mit deutscher Unterstützung eine Anlage gebaut: mit Skater-Park, einer großen Halle und einem Lernzentrum. Das Projekt soll Kindern und Jugendlichen die Möglichkeit geben, Selbstvertrauen zu entwickeln und ethnische sowie soziale Unterschiede zu überbrücken.

Großer Andrang

Die erste Skaterhalle in Afghanistan war 2009 in der Hauptstadt Kabul eröffnet worden. Dort hat die 14-jährige Madina das Fahren auf vier Rollen erlernt, dort ist sie inzwischen auch Trainerin. Zur Eröffnung der neuen Anlage ist Madina nach Mazar-i-Sharif gekommen. Sie gibt den Skating-Anwärtern ihre Erfahrungen weiter: “Ich rate allen Kindern in Mazar, dass sie Sport treiben sollen. Nicht nur Skaten, sondern auch andere Sportarten wie Basketball oder Fußball.” Das Interesse ist in Mazar-i-Sharif besonders groß. Bereits vor der Eröffnung meldeten sich an nur einem Tag 300 Interessenten an.

Die Skater-Anlage mit den Ausmaßen eines mittleren Fußballfelds ist größer als die in Kabul. Bis zu 1000 Kinder und Jugendliche zwischen fünf und 17 Jahren können dort neben Skater- und Sportkursen auch Bildungsangebote erhalten – es gibt Programme zur Wiedereingliederung von Straßenkindern in die Schule und Workshops zur Verbesserung der persönlichen Fertigkeiten. “Sprachunterricht steht ebenso auf dem Programm wie Informatik und religöse Studien”, berichtet Zaher Aghbar, Vorsitzender des Afghanischen Nationalen Olympischen Komitees (ANOC), stolz bei der Eröffnungsfeier. “Außerdem haben die jungen Leute hier Internetzugang, der ihnen ermöglicht, sich mit Gleichaltrigen aus aller Welt zu verbinden.” Besonders wichtig sei aber für die Jugendlichen, dass Transport, Unterricht und Ausrüstung kostenlos sind, betont Zaher. Continue reading

Children skateboard to a better future

A second indoor skatepark has opened in the Afghan city of Mazar-i-Sharif. There are 300 kids on the waiting list already – raring to skateboard down the new state-of-the-art ramps.

Hundreds of local children have come to admire their skatepark, with its shiny marble floor and brand new half-pipe ramps. They have a twinkle in their eye and it seems they can’t wait to get their feet onto one of the many skateboards.

The 6,000-square-meter, three-part, multifunctional facility – built largely with funding from the German Federal Foreign Office – can cater to around 1,000 students a week. Not only can they take part in skateboarding and other sporting activities provided by the NGO Skateistan but also in educational projects.

The main idea is for children from all backgrounds, aged between five and 17, to develop their self-confidence and skills. There is also a project for reintegrating street children into society via skating.

“We believe that focusing resources on the youth of Afghanistan is the key to realizing a more peaceful future,” writes Oliver Percovich, founder and Executive Director of Skateistan on the NGO’s website. “These children, especially the most marginalized and the girls, need to be given the chance and the tools to make positive change in their communities and country.” Continue reading

Afghans of two minds over German withdrawal

Waslat Hasrat-Nazimi

Germany has announced plans to speed up the withdrawal of its soldiers stationed in Afghanistan. Afghans in the north, where German troops are primarily stationed, are not sure whether it is a good or bad thing.

German Defense Minister Thomas de Maiziere and Foreign Minister Guido Westerwelle announced Wednesday in Berlin that 1,460 German Bundeswehr soldiers will come home by the end of February 2014. That will mean a reduction of German troops stationed in Afghanistan by about a third, from 4,760 to 3,300. The cabinet is due to vote on the plan on November 28. The Bundestag will make the final decision in January.
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“Afghanische Kräfte müssen die Lücke füllen”

Waslat Hasrat-Nazimi

Deutschland beschleunigt den Truppenabzug aus Afghanistan. Im Norden des Landes, dem Verantwortungsbereich der Bundeswehr, sieht man den Zeitplan der Bundeswehr mit gemischten Gefühlen.

1.460 Bundeswehrsoldaten sollen bis Ende Februar 2014 aus Afghanistan nach Hause zurückkehren, so die Planungen, die Verteidigungsminister Thomas de Maizière und Außenminister Guido Westerwelle am Mittwoch in Berlin vorstellten. Damit wird die Truppenstärke um rund ein Drittel von derzeit 4.760 auf 3.300 verringert. Das Kabinett soll dem Plan am 28.11.2012 zustimmen, das letzte Wort hat im Januar der Bundestag, der damit zum 16. Mal über den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr abstimmen wird.

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Die Dorfvorsteherin von Masar-i-Scharif

Waslat Hasrat-Nazimi/ Farkhunda Rajabi

Zarifa Qazizadah ist die einzige Dorfvorsteherin in ganz Afghanistan. Sie engagiert sich für die Angelegenheiten des ganzen Dorfes und für Frauenrechte. Den Respekt der Männer hat sie sich inzwischen erkämpft.

Auf ihrem Motorrad fährt Zarifa Qazizadah von Tür zu Tür und kümmert sich um die Anliegen der Bewohner ihres Dorfes, das nahe der nordafghanischen Stadt Masar-i-Scharif liegt. Etwa tausend Familien stehen unter der Obhut der einzigen weiblichen Dorfvorsteherin in Afghanistan. Für die Bewohner ist es immer noch ein seltener Anblick, dass eine Frau Motorrad fährt. Dabei hat sich die Mehrheit des Dorfes für sie als Anführerin entschieden. Aus gutem Grund, meint Zarifa: “Die Menschen haben gesehen, dass ich ihnen Zugang zu Elektrizität ermöglicht und den Bau einer Moschee vorangetrieben habe. Ich stand ihnen zur Seite, obwohl ich noch keine offizielle Position inne hatte. Das haben sie honoriert.”

Seit dem Sturz des Taliban-Regimes 2001 arbeitet Zarifa für ein besseres Leben der Dorfbewohner. Das ist keine einfache Aufgabe, denn vielen Männern passt es nicht, dass eine Frau an der Spitze des Dorfs steht. Manche wollten sie sogar umbringen, erzählt Zafira. Doch sie wusste immer, sich zu verteidigen – und das zuweilen mit robusten Mitteln: “Als ich mit meiner Arbeit angefangen habe, lachten mich einige Männer aus. Die habe ich dann zurechtgewiesen und mit Körpereinsatz zur Ruhe gebracht.” Jetzt gebe es niemanden mehr, der ihre Autorität in Frage stellt, betont sie zufrieden.

Seite an Seite mit den Männern

Zarifa hat viel für die Rechte der Frauen getan. Zum Beispiel dürfen in ihrem Dorf Frauen und Männer gemeinsam in der Moschee beten – eine Ausnahme in Afghanistan, wo Frauen nur selten die Gebetsstätten betreten. “Vorher mussten wir uns beim Beten immer abwechseln”, erinnert sich Zarifa. “Die Frauen durften erst beten, wenn die Männer fertig waren. Heute ziehen wir einfach eine Gardine zu und beten dann gleichzeitig mit den Männern in der Moschee.”

Der 55 jährigen Dorfvorsteherin ist Gleichberechtigung wichtig: “Frauen sollen Seite an Seite mit den Männern zusammenleben”, sagt sie. Dazu sei wichtig, dass Frauen die Möglichkeit haben, ihr Leben eigenständig gestalten und sich weiterzubilden. Bildung bedeute ihr viel, weil sie in ihrem Leben darunter gelitten habe, dass sie selbst die Schule nur bis zur fünften Klasse besuchen konnte. Doch mit 12 Jahren wurde sie verheiratet und durfte von da an nicht mehr zur Schule gehen.

Zarifa mit ihrer Großfamilie in Afghanistan. Sie ist 15-fache Mutter und seit ihrem 12. Lebensjahr verheiratet. (Foto:DW)
Zarifa Qazizadah mit ihrer Großfamilie

Heute ist Zarifa Mutter von 15 Kindern. Es sei ihr nicht möglich gewesen, sich gleichzeitig um die Kindererziehung, die Hausarbeit und eine Ausbildung zu kümmern, sagt Zarifa. Wenn sie später geheiratet hätte, dann hätte sie studiert und wäre Richterin geworden. Nun hilft sie anderen Frauen, ihren Traum zu verwirklichen. Es gibt viele, die die Arbeit Zarifas und ihren entschlossenen Einsatz schätzen. 18 Auszeichnungen hat sie bereits von der Regierung erhalten. Inzwischen ist sie auch die Vorsitzende eines lokalen Frauenrates, der 78 Dörfer repräsentiert. Sie plant nun, als Abgeordnete für das Parlament Afghanistans zu kandidieren.

Dieser Artikel erschien ursprünglich hier:  DW.de

 

A one-woman crusade to improve the lives of Afghan villagers

Waslat Hasrat-Nazimi

Zarifa Qazizadah is the only female village head in Afghanistan. She moves around on a motorbike and hopes to win a seat in the national parliament. The 50-year-old mother of 15 thinks education for women is paramount.

And she’s off again. Zarifa Qazizadah is making her way from one house to the next, asking the villagers how they are – her villagers. As the only female village head in Afghanistan, she takes special care of the thousand or so families that fall under her care in the Narsoyi district of Mazar-i-Sharif.

Zarifa Qazizadah and two villagers Zarifa Qazizadah was chosen by the villagers themselves to be their head. “They saw I had given them access to electricity, had had a mosque built and stood by their side even though I wasn’t yet in office,” the 50-year-old woman explains.

There are of course many men who do not like her being at the helm but she has convinced them at least not to question her authority. “When I started my work, some men laughed at me but I pushed them and used my body weight to calm them down,” the mother of 15 says proudly.

Another time, she impressed a group of male villagers by pulling a car out of a ditch. “I got behind the steering wheel of a tractor after scaring the driver away. He shouted at me saying women couldn’t drive so I told him to shut up and pulled the car out. All the drivers were stunned.”

Side-by-side

Since the fall of the Taliban, Zarifa Qazizadah has been doing her utmost to campaign for women’s rights. Thanks to her, men and women pray together at the new mosque – this is rare in other parts of Afghanistan. “Before, women had to pull a curtain and then pray after the men were finished,” she recalls.

Two female pupils in Afghanistan Zarifa Qazizadah, who has received 18 awards from the Afghan government for her work, thinks it is important that men and women live side-by-side. She is particularly interested in education for girls and women. “I got married at the age of 12 and could no longer go to school. I had always been the best at school,” she says, adding that she would have liked to study and become a judge.

Now her ambition has changed – she is aiming for the national parliament.

Dieser Artikel erschien ursprünglich hier:  DW.de