Interview: Lack of trust hinders Afghan security

Waslat Hasrat-Nazimi

A lack of trust, illiteracy and corruption are three reasons why it is proving difficult to prepare Afghanistan’s security forces for the withdrawal of international troops in 2014, says Afghan expert, Michael Paul.

The Petersberg Conference on Afghanistan in Bonn goes back 11 years now. The meetings spent a lot of time focusing on how the Afghans will be able to ensure the long-term security of their country on their own. International forces will be leaving by 2014. What is your assessment of the security situation in Afghanistan?

Michael Paul: The current security situation in Afghanistan is bad, and compared to 2009, has grown worse. Progress in the security situation and a successful and complete handover of security responsibility to the Afghans essentially depends on improving the number and quality of Afghan security forces. By that I mean the Afghan National Army (ANA) and the Afghan National Police (ANP). To successfully train the 352,000 troops and police officers in Afghanistan also directly depends on the planned withdrawal of the ISAF forces.

ISAF troops are slated to leave in 2014 and international aid in the coming months will focus on training Afghan security forces. Are the Afghans in a position to take care of their own security? Continue reading

Advertisements

Taliban und Kabul wollen NATO-Basen

Waslat Hasrat-Nazimi

Was wird aus den Hunderten von NATO-Stützpunkten in Afghanistan? Die meisten sollen abgerissen werden. Dagegen haben die Kabuler Regierung und die Taliban jetzt Widerspruch erhoben.

Die radikal-islamischen Taliban hatten ihren Anspruch auf die NATO-Militärstützpunkte im Land am vergangenen Freitag (27.07.2012) per Internet öffentlich gemacht. Zwar sei der Abzug der NATO positiv zu sehen, jedoch sei es irrational, dass die „”ausländischen Invasoren” dabei auch militärische Infrastruktur zerstörten. Es gehe schließlich um Bauten, die auf afghanischem Boden und teils auch mit afghanischem Geld errichtet worden seien. Deshalb hätten die Afghanen “ein Recht auf diese Anlagen.”

In diesem Punkt sind sich die Taliban und die afghanische Regierung ausnahmsweise einig. Die Regierung möchte die NATO-Basen für sich beanspruchen, so Regierungssprecher Siamak Herawi gegenüber DW.DE. “Wir fordern von der NATO und der internationalen Gemeinschaft, dass sie die Einrichtungen, die sie verlassen, unberührt lassen und an die afghanische Regierung übergeben, damit die Öffentlichkeit davon Gebrauch machen kann.”

ISAF um Kompromiss bemüht

Insgesamt gibt es etwa 600 Stützpunkte ganz unterschiedlicher Größe in Afghanistan. Einem Bericht der “Washington Post” zufolge hat eine US-Firma bereits einen Vertrag über 46,5 Millionen Euro erhalten, um das Abwracken der Anlagen zu organisieren. Die afghanische Regierung fordere aber, dass sich die NATO mit der afghanischen Regierung abspreche, ehe die Stützpunkte abgerissen werden, so Herawi.

Die ISAF jedoch bestreitet, dass bereits Entscheidungen ohne Zustimmung der afghanischen Regierung getroffen worden seien. ISAF-Sprecher General Günter Katz sagte in einem Interview mit DW.DE: “Es gibt eine Kommission, die zuständig ist für die Übergabe von Basen, und die wird geleitet vom afghanischen Finanzministerium. In dieser Kommission sitzen die afghanische Regierung und die ISAF und sie besprechen und verhandeln, welche Basen übergeben werden sollen. Die Ergebnisse werden dann von der ISAF umgesetzt.“

Die afghanische Regierung habe ein Dokument erstellt, in dem aufgelistet wird, was die Regierung an militärischer Ausrüstung benötigt und womit die afghanische Armee umgehen könne, so ISAF-Sprecher General Katz. Auf die Frage, ob in diesem Zusammenhang Waffen in die Hände der Taliban fallen könnten, sagte er: “Das wäre jetzt nur spekulativ und dazu möchte ich mich auch nicht äußern. Ich weiß nicht, was die Aussagen der Taliban begründet.”

Große Töne der Taliban

Die Forderung der Taliban, die NATO-Basen zu behalten, obwohl diese in erster Linie für den Kampf gegen sie selber genutzt wurden, sei lediglich propagandistischer Natur, so Ahmad Zia Raf’at, Professor an der Universität Kabul. “Die Taliban wollen den Afghanen vermitteln, sie wären um das Wohl des Landes besorgt. Dass die afghanische Regierung die Stützpunkte übernehmen würde, ist ihnen egal. Sie gehen davon aus, dass sie bald wieder die Herrschaft im Land übernehmen werden.”

Weder die Regierung noch die Taliban hätten die Finanzmittel, um die Stützpunkte zu unterhalten. Die Gebäude könnten die Taliban dennoch nutzen, so Rafat. So hätten sie während ihrer Herrschaft Stadien und Sportanlagen als Exekutionsorte genutzt. Dass nach 2014 ähnliche Verhältnisse herrschen könnten, hält der Politologe Raf’at für gut möglich. Er verweist im Übrigen auf die Erfahrungen nach dem Rückzug der sowjetischen Armee Ende der achtziger Jahre. Deren zurückgelassenes Militärgerät fand neue Verwendung im anschließend aufgeflammten Bürgerkrieg.

Dieser Artikel erschien ursprünglich hier:  DW.de