Afghan mining deal with China facing failure

Afghan natural resources are valued at $3 trillion. But for security reasons, a multibillion-dollar mining deal between Kabul and Beijing is now in jeopardy. Its failure would have a big impact on the Afghan economy.

It was meant to be the largest foreign investment in the history of Afghanistan. In 2007, the state-owned China Metallurgical Group Corporation (MCC) acquired the extraction rights to the Mes Aynak mine in Logar province for $3.5 billion (2.6 billion euros). The mine, located in eastern Afghanistan, is believed to sit on one of the largest unexploited copper deposits in the world. The Chinese put its current value at $10 billion, but the ambitious project is now on the brink of failure. Not a single gram of copper has been extracted in almost five years.

The Afghan Minister of Mines and Petroleum, Wahidullah Shahrani, blames the “precarious security situation” for the delay. But he also stresses that the site is home to 1,500-year-old Buddhist temples, which must first be secured by archeologists. “To be very upfront with you, the MCC doesn’t seem to be that active,” Shahrani said, adding that he would meet the Chinese sometime soon to talk about the project’s future. Continue reading

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Bergbaudeal mit China vor dem Aus

Ein Bergbau-Unternehmen aus China hatte mit Afghanistan einen Millionen schweren Vertrag über den Abbau von Kupfer geschlossen. Doch jetzt wackelt der Deal – und damit auch Afghanistans wirtschaftliche Zukunft.

Es sollte die größte ausländische Investition in Afghanistan aller Zeiten werden. Für 3,5 Milliarden Dollar hatte die chinesische, staatseigene Bergbaufirma China Metallurgical Group Corporation (MCC) die Rechte an der “Mes Aynak”-Mine in der Provinz Logar erworben. Das Bergwerk im Osten Afghanistans soll eines der größten unerschlossenen Kupfervorkommen der Welt ausbeuten. Die Rede ist von einem Wert von rund zehn Milliarden US-Dollar. Der Traumdeal steht jedoch vor dem Aus. Fast fünf Jahre sind vergangen – bisher wurde nicht ein Gramm Kupfer aus dem Fels gebrochen.

“Die schlechte Sicherheitslage ist der Grund für die Verzögerung”, klagt der afghanische Bergbauminister Wahidullah Shahrani. Zudem liegen auf dem Berg die Ruinen mehrerer rund 1500 Jahre alter buddhistischer Tempel, die erst noch archäologisch gesichert werden müssten. Schnelle Gewinne sind also nicht zu erwarten: “Um ehrlich zu sein, scheint die MCC nicht sehr aktiv zu sein”, meint Shahrani. Er will sich deshalb in nächster Zeit mit den Chinesen treffen, um die Zukunft der Kupfermine zu erörtern. Denn bisher hätten diese ihre Versprechen an die afghanische Regierung nicht eingelöst. Neben einer Gewinnbeteiligung regelt der Vertrag einen 808 Millionen Dollar-Bonus sowie den Bau einer Eisenbahn und eines 400-Megawatt-Kraftwerks. Continue reading

Afghanistans ungehobene Schätze

Afghanistan ist reich an Rohstoffen. Der deutsch-afghanische Rohstoffdialog soll Perspektiven aufzeigen, wie die Bodenschätze ausgebeutet werden können. Aber die Hindernisse für Investoren sind groß.

Afghanistan soll schon bald nicht mehr mit Terror, sondern mit Rohstoffreichtum assoziiert werden. Das zumindest war die Hoffnung Afghanistans und Deutschlands auf dem ersten deutsch-afghanischen Rohstoffdialog, der am Freitag (05.07.2013) in Berlin stattfand.

Laut den afghanischen Behörden verfügt das Land am Hindukusch über Rohstoffvorkommen im Wert von 2,3 Billionen Euro; darunter auch wertvolle Ressourcen wie Seltene Erden, Lithium, Eisen, Wolfram, Kupfer, Blei, Zink und andere. Vor allem Lithium und Seltene Erden sind für den Industriestandort Deutschland relevant, beide werden beispielsweise in der Produktion von Magneten für Windräder verwendet.

Bei diesen Aussichten will Deutschland natürlich nicht fehlen: Um erste Grundlagen für eine Kooperation zu schaffen, wurden deshalb der afghanische Minister für Bergbau, Öl und Gas, Wahidullah Schahrani, sowie weitere afghanische Regierungsvertreter nach Berlin eingeladen. Afghanistan kann von den Rohstoffen profitieren, sagt Schahrani. Für ihn ist Deutschland eine der ersten Anlaufstellen, wenn es um wirtschaftliche Kooperation geht: “Wir haben unsere Zusammenarbeit mit Deutschland verstärkt, weil Deutschland einer der größten Mineralabnehmer ist. Es sind bereits einige Beratungsfirmen aus Deutschland in Afghanistan aktiv.” Continue reading

Germans want in on untapped Afghan resources

Afghanistan is rich in resources. The first German-Afghan dialogue on natural resources aims to create perspectives for mineral deposits. But there are many obstacles ahead.

Afghanistan should no longer be equated with terrorism, but with natural resources. That, at least, is the aim of the first German-Afghan dialogue on resources, which takes place on Friday, July 5, in Berlin.

According to Afghan authorities, the country is in possession of over 2.3 trillion euros worth of natural resources. Among these resources are rare earth minerals, lithium, iron, tungsten, copper, lead, zinc, among others. It is especially lithium and rare earths which interest Germany as an industrial country. They are used, for example, in the manufacturing of turbines for wind energy. Continue reading

Wettlauf gegen die Zeit

Waslat Hasrat-Nazimi

Afghanistan war früher Hochburg des Buddhismus. Vor mehr als zehn Jahren zerstörten die Taliban die berühmten Buddhastatuen von Bamiyan. Heute sind andere wertvolle buddhistische Kulturgüter weiteren Gefahren ausgesetzt.

Die Ausgrabungsstätte in Mes Aynak soll einer Kupfermine weichen (Foto: DW) Vorsichtig streicht Mohammed Rasouli den Schmutz mit einem Pinsel weg. Der Archäologe hält eine kleine Buddhafigur aus Holz in der Hand. Hier in Mes Aynak, im Osten Afghanistans, arbeitet Rasouli Seite an Seite mit einem internationalen Archäologenteam. Unter vielen Schichten Erde hat der Vorsitzende des örtlichen Archäologie-Referats die Figur ausgegraben.

“Wir haben bisher großartige Entdeckungen gemacht. In dem Dorf Gulhamid haben wir ganze Gebäude, verrostete Bronzemünzen und einige Buddha-Tonskulpturen am Ausgrabungsort gefunden”, erklärt Rasouli . Vor etwa 1500 Jahren war diese Gegend noch ein Zentrum des Buddhismus – es entstanden Klösterstätten, Tempelanlagen und zahlreiche Buddhastatuen.

Kunstschätze kontra Bodenschätze

Buddhistische Artefakte sind aber nicht die einzigen Schätze unter der Erde. Das zweitgrößte Kupfervorkommen weltweit liegt ebenfalls hier und soll bald von der chinesischen Firma MCC (China Metallurgical Group Corporation) ausgebeutet werden.

Ganze Tempelanlagen befinden sich unter der Erde von Mes Aynak (Foto: DW) Ganze Tempelanlagen befinden sich unter der Erde von Mes Aynak

Das Volumen des Kupfergeschäfts zwischen Afghanistan und der staatlichen MCC soll circa zwei Milliarden Euro betragen. Das schafft neue Arbeitsplätze und gibt den Einheimischen Perspektiven in der strukturschwachen Region. Chinesen sind dort gern gesehene Arbeitgeber.

Jawad Omar, Sprecher des afghanischen Bergbau und Industrieministeriums, erklärt, dass der Abbauprozess in zwei Phasen gegliedert werden soll. Die antiken Funde befänden sich nur innerhalb eines kleinen Areals. “Und diesen hat das Ministerium den Archäologen zur Verfügung gestellt. Bisher gibt es keine Probleme, die archäologischen Ausgrabungen rechtzeitig abzuschließen”, sagt Omar. Danach sei der Weg frei für den Kupferabbau.

In zwei Jahren sollen die Bergarbeiten endgültig beginnen. Deswegen versuchen die Archäologen zuerst an Orten zu arbeiten, die als erstes direkt betroffen sein werden, “Jeden Tag werden neue Funde aus der Erde gegraben, es kommen ständig welche hinzu. Es ist unmöglich zu sagen, ob die Ausgrabungen ein, drei, fünf, zehn oder gar 40 Jahre dauern werden”, schildert Ketab Khan Faizi. Er leitet das afghanische Expertenteam.

Plünderer sind ein weiteres Problem für die Archäologen (Foto: DW)
Plünderer sind ein weiteres Problem für die Archäologen

Kulturerbe des Landes ist bedroht

Viele antike Gegenstände wurden von ihm bereits ins Kabuler Nationalmuseum gebracht. Ein neues Museum soll eigens für die neuen Kunstschätze gebaut werden. Der bisher spektakulärste Fund ist ein ehemaliger Tempel auf einer Fläche von 2800 qm – etwa so groß wie zehn Tennisplätze.

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Es war das Zentrum eines Klosters, erklärt Ketab Khan Faizi:”Das Gebäude und alle Räume werden durch die Kupfermine zerstört. Den Tempel kann man nicht in einfach so in ein Museum bringen und es restaurieren. Die Wände sind zum Beispiel schon 2,20 Meter hoch.

Das ist sehr schwierig. “Dabei kämpfen die Wissenschaftler an vielen Fronten gleichzeitig. Nicht nur die instabile Sicherheitslage in Afghanistan und die Bagger der Minenarbeiter bedrohen die Ausgrabungsstätte. Schon mehrfach wurden Ausgrabungsgegenstände von Plünderern gestohlen. Für die Archäologen in Mes Aynak ist es vor allem ein Wettlauf gegen die Zeit.

Dieser Artikel erschien ursprünglich hier:  DW.de